Die Reserve Bank of India (RBI) hat in einer heute veröffentlichten Erklärung „zur Entwicklungs- und Regulierungspolitik“ angekündigt, dass die Bank keine Dienstleistungen mehr für Personen oder Unternehmen erbringen wird, die sich mit Kryptowährungen befassen.



Desweiteren sei geplant, zukünftig eine eigene nationale Kryptowährung einzuführen.

Das indische Finanzministerium hatte Bitcoin und Kryptowährungen im Januar dieses Jahres für ihren „Mangel an innerem Wert“ kritisiert. In diesem Monat hatten bereits mehrere große indische Banken Konten, die für Ein- und Auszahlungen von Geldern an Kryptobörsen verwendet wurden, geschlossen oder deren Funktionalität eingeschränkt. Bereits Anfang Februar führten falsche Meldungen in den Medien über ein landesweites Kryptoverbot zu einem Rückgang der Kryptomärkte.

Die RBI erläutert in ihrer Erklärung, dass Kryptowährungen zwar „das Potenzial haben, die Effizienz und Inklusivität des Finanzsystems zu verbessern“, aber jedoch große Bedenken „hinsichtlich Verbraucherschutz, Marktintegrität und Geldwäsche“ aufwerfen.

Die RBI betonte weiterhin, dass sie die Akteure der Kryptoindustrie bereits mehrfach vor den „verschiedenen Risiken“ des Umgangs mit Kryptowährungen gewarnt hatte.

In Anbetracht der damit verbundenen Risiken wurde beschlossen, dass die von der RBI beaufsichtigten Unternehmen ab sofort keine Einzelpersonen oder Unternehmen, die mit VCs handeln oder diese abwickeln, betreuen oder Dienstleistungen erbringen dürfen. Regulierte Unternehmen, die bereits solche Dienstleistungen erbringen, müssen die Beziehung innerhalb einer bestimmten Frist beenden.

Nach Angaben der lokalen Nachrichtenagentur Quartz India beträgt diese Frist drei Monate.

Auf einer Pressekonferenz sagte heute Bibhu Prasad Kanungo, der stellvertretende Gouverneur der RBI, zu der Entscheidung, dass Kryptowährungen das Potenzial haben, „die finanzielle Stabilität zu gefährden“.

Obwohl die regulatorischen Reaktionen auf diese Token nicht einheitlich sind, wird allgemein angenommen, dass sie den Rahmen der AML (Anti-Geldwäsche) und der FATF (Financial Action Task Force) ernsthaft untergraben und die Marktintegrität und die Kapitalkontrolle beeinträchtigen können. Und wenn sie über eine kritische Größe hinauswachsen, können sie auch die finanzielle Stabilität gefährden.

Panjak Jain, der in Blockchain– und Krypto-Gemeinschaften in Indien als Investor und Berater arbeitet, hat heute eine Reihe von Tweets über die neuen RBI-Krypto-Vorschriften veröffentlicht und betont, dass die indische Regierung „Krypto nicht verboten hat“.



Jain’s weitere Tweets betonen, dass „die indische Regierung offensichtlich nicht in der Lage ist, zwischen den verschiedenen Teilen der Regierung zu koordinieren“. So schreibt er, dass beispielsweise Einkommensteuer auf Gewinne durch Kryptowährungen erhoben wird oder dass die RBI es Kryptobörsen verbietet, mit Fiat-Geld zu handeln, deren guten Anti-Geldwäsche- und -Anti-Terrorismusfinanzierungsmaßnahmen bereits durch indische Institutionen bescheinigt wurden.

Unterdessen erwähnte die RBI zum Ende ihrer Erklärung, dass die Bank die Schaffung einer eigenen staatlich unterstützten Kryptowährung prüfen wird. „Zusätzlich zu der Papierwährung, die wir haben“, bemerkt Kanungo. Bis Ende Juni 2018 soll ein Bericht über die Durchführbarkeit dieses Vorhabens vorgelegt werden.

Das Interesse der RBI an ihrer eigenen Kryptowährung ist auf die „raschen Veränderungen in der Zahlungsverkehrbranche sowie auf Faktoren wie die Entstehung privater digitaler Token und die steigenden Kosten für die Verwaltung von Papier/Metallgeld“ zurückzuführen. Dies seien allesamt Anreize für Zentralbanken auf der ganzen Welt zur Einführung von „Fiat Digitalwährungen“.

Kanungo fügte hinzu, dass eine staatlich unterstützte Kryptowährung „das Versprechen, die Kosten für den Druck von Banknoten zu senken, halten könnte“.

Sathvik Vishwanath, der Mitbegründer der indischen Unocoin, sagte Quartz India, dass er nicht glaube, dass dies die „richtige Richtung ist, die die Zentralbank eingeschlagen hat:“

Dies wird bei einigen Millionen Menschen in Indien, die bereits Kryptowährungen verwenden, Panik auslösen. Wenn sie ihre eigenen digitalen Währungen einführen wollen, brauchen sie keine bestehenden zu verbieten.

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Veröffentlicht von Simon

Gründer von TheCoinGossip. Ich interessiere mich bereits seit 2011 für Kryptowährungen und fasziniere mich für die Blockchain-Technologie.